HomeArtikelUnterschiede der ePA-Einschätzung bei GKV- und PKV-Versicherten

Unterschiede der ePA-Einschätzung bei GKV- und PKV-Versicherten

Quelle: Assekurata

Es gibt eine neue Studie der Assekurata zu Unterschieden bzgl. der ePA bei GKV- und PKV-Versicherten. Es ist aufschlussreich, was sie besagt – und auch, was nicht erwähnt wird.

Neue Studie. Interessante Insights.

Die Assekurata ist eine Art „Rating-Agentur“ für Krankenversicherungen, die regelmäßig Studien zu Versicherungsthemen mit Gesundheitsbezug durchführt. Im Mai erschien eine neue Studie: „Die Elektronischen Patientenakte (ePA) – Relevanz, Hürden und Mehrwerte aus Verbrauchersicht„. Befragt wurden 630 Verbraucher, davon 319 privat und 311 gesetzlich Versicherte.

Ein kurzer Überblick zu relevanten Ergebnissen:

  • 75,9 % der Befragten konnten sich eine Nutzung der ePA vorstellen.
  • 24,1 % konnten sich die Nutzung nicht vorstellen.

Das entspricht in etwa auch den etwas differenzierteren Umfrageergebnissen des BITKOM. Sie fallen sogar etwas besser aus. Die Umfrage der Assekurata geht aber noch weiter als die des BITKOM, da sie nach den Haupt-Mehrwerten und Hürden fragt. Hier erstaunt u.a., dass die PKV-Versicherten wesentlich höhere Sicherheitsbedenken haben als GKV-Versicherte:

  • 59,2 % der PKV-Versicherten äußern Sicherheits- und Datenschutzbedenken,
  • 19,1 % sind es bei den GKV-Versicherten.

Es gibt unzählige potenzielle Gründe, warum ein solch deutlicher Unterschied existiert: Möglicherweise haben Privatversicherte die Vermutung, dass ihre PKV im Hinblick auf die Datennutzung „flexibler“ ist als die formell an den Gesetzgeber gebundenen GKVs. Die Klarheit verduzt auch deshalb, weil die Privatversicherten  besser informiert zu sein scheinen als die GKV-Versicherten:

  • 0 % der Privatversicherten gaben an, noch nicht von der ePA gehört zu haben.
  • 38,3 % sind es bei den GKV-Versicherten.

Je informierter die Patienten sind – so könnte man mutmaßen – desto kritischer sind sie im Hinblick auf die Sicherheit und den Datenschutz bei der ePA. Privatversicherte, so eine andere Untersuchung der Assekurata, trauen generell ihrer Versicherung weniger als gesetzlich Versicherte. Wie auch immer: Entscheidend ist nicht alleine das, was in den Studien festgestellt worden ist, sondern die strategische Relevanz der PKV-Versicherten im Hinblick auf die ePA!

Beamte und Ärzte: Wichtige Kunden der PKV!

Ausgerechnet die Nutzergruppe der Beamten hat aktuell kaum Zugriff auf die ePA, da nahezu 85 % von ihnen u.a. aufgrund von Beihilfen privatversichert sind. Dies führt dazu, dass Mitarbeiter*Innen in Landes- und Bundesgesundheitsministerien die ePA bislang nur vom Hörensagen kennen. Es wird also höchste Zeit, dass die PKVen eine ePA anbieten, damit diejenigen, die auf staatlicher Seite die ePA vorantreiben, auch selbst als Nutzer*Inn mitreden können.

Ähnlich ist es mit Ärzten: Viele, insbesondere selbständige bzw. niedergelassene Ärzte sind ebenfalls privat versichert. Auch sie kennen die ePA bislang nur vom Hörensagen und nicht als potenzielle Anwender in eigener Sache. Wenn also ausgerechnet diese wichtigen Nutzergruppen, nämlich Beamte und Ärzte als häufig privatversicherte Personen überdurchschnittlich hohe Vorbehalte bzgl. Sicherheit und Datenschutz haben sollten, dann ist das eine nicht zu unterschätzende Herausforderung!

Gezielte Kampagnen – aber von wem?

Mit dem von der Bundesregierung angekündigten und vom Deutschen Ärztetag unterstützten „Opt-Out“ sind künftig beide Nutzergruppen, also Beamte und Ärzte, automatisch ePA-Nutzer. Beide Berufsgruppen (die sich z.T. überschneiden können), sind hoch relevant für den Gesamterfolg der ePA. Es wäre daher zu begrüßen, wenn die Assekuranz oder ein anderer Akteur speziell diese beiden Berufsgruppen im Hinblick auf die ePA genauer analysiert, damit in Erfahrung gebracht werden kann, welche Aspekte für sie besonders wichtig oder kritisch sind.

Auf Basis dieser Information könnten insbesondere Beamten gezielt an die ePA herangeführt und zu einer Lead-Nutzergruppe entwickelt werden. Fraglich bliebe dann zwar immer noch, wer sich dieser Aufgabe annehmen würde (die Krankenkassen stehen hier ja durchaus in Konkurrenz). Vielleicht wäre es ja ein Thema für den PKV-Verband?!

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