HomeArtikelTipp für Ärzte: In Dokumenten für die Patientenaufnahme auf die ePA hinweisen!

Tipp für Ärzte: In Dokumenten für die Patientenaufnahme auf die ePA hinweisen!

Eine Traunsteiner Praxisgemeinschaft zeigt, wie man mit kleinen Tricks die ePA promoten kann.

Im September 2021 besuchte ich den Unfallchirurgen meines Vertrauens in seiner Gemeinschaftspraxis in Traunstein. Dieser Arzt, nennen wir in Dr. P. hatte bereits im April 2021 meine Hernien-OP im Rosenheimer RoMed-Krankenhaus begleitet. Dabei kam es zwar zu einigen Komplikationen, gleichwohl kann man kaum jemand einen Vorwurf machen. Es war eine Verkettung ungünstiger Umstände. Interessant war allerdings für mich als Patient der Intensivstation, dass sich das tägliche Team der Visite auffällig häufig über die damals noch zur Einführung anstehende Elektronische Patientenakte unterhielt.

Als ich dann im April zur Nachuntersuchung nach Traunstein kam, staunte ich bei der Patientenaufnahme nicht schlecht: Dort wurde ich per Fragebogen gefragt, ob ich die Untersuchungsergebnisse in die Elektronische Patientenakte übertragen möchte. Das fand ich aus mehreren Gründen sehr bemerkenswert:

  • Das Beispiel des auf dem Bild dargestellten Fragebogens zeigt: Ärzte sind kreativ und nicht per se gegen die ePA – denn ein solcher Hinweis ist definitiv freiwillig.
  • Zudem ist das Beispiel eine sehr simple, aber effektive Form, Patienten auf die Existenz der ePA hinzuweisen.
  • Schließlich ermöglicht das Beispiel zusätzlich noch eine aktive Nachfrage des Patienten: Was hat es mit dieser ePA auf sich?

Damit verbinde ich hier gleich mal eine generelle Aufforderung: Bitte liebe Ärzte und Hersteller von entsprechenden Vorlagen – macht das genauso! Der Aufwand ist gering, die Wirkung hoch.

Nach der Patientenaufnahme kam ich dann noch mit Dr. P. ins Gespräch. Das hatte zunächst nichts mit der ePA zu tun, denn Dr. P. diktierte souverän und schnell alle Befunde mit einem Mikrophon in sein Arztsystem. Von diesem Arzt, der wie ich der angeblich so digitalskeptischen Babyboomer-Generation angehört, konnte ich bzgl. Digitalisierung noch einiges lernen! Ich war begeistert, denn die Software erkannte selbst komplizierte Fachbegriffe. Die Geschwindigkeit der Befunddokumentation war atemberaubend.

Auf die ePA angesprochen sagte Dr. P., dass er die ePA auf jeden Fall sinnvoll finden würde. Leider gäbe es auch bei ihm zur damaligen Zeit noch eine Reihe von technischen Problemen. Insbesondere Software-Updates würden vieles durcheinander bringen. Aber: Wir vereinbarten, dass ich Ihn und seinen Kollegen im Jahr 2022 noch einmal zur ePA Interviewen werde. Natürlich in der Hoffnung, dass dann die technischen Probleme mehr oder weniger gelöst wären.

Abschließend noch ein Satz zum Nutzen der ePA in diesem konkreten Fall: Das Beispiel zeigt, dass nach einer Operation häufig mehrere verschiedene Ärzte am Monitoring des Krankheitsverlaufs beteiligt sind. Bei mir waren es gleich vier, denn neben einem Hernienkissen hatte ich ja noch eine Thrombose sowie eine doppelte Lungenembolie für deren Nachbehandlung jeweils unterschiedliche Ärzte zuständig waren. Zudem bekommt man allerlei Ausweise aus Papier in die Hand gedrückt. Die Unterlagen müssen wiederum beim Hausarzt abgegeben werden.

Hätte die ePA in der Version 1.0 schon richtig gut funktioniert, ich wäre begeistert gewesen!

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