HomeArtikelSchlechte ePA-Bewertung. (K)ein Grund zur Sorge!?

Schlechte ePA-Bewertung. (K)ein Grund zur Sorge!?

Quelle: Google Play

Um die Bewertungen nahezu aller ePAs in den App-Stores steht es Stand Februar 2022 schlecht. Daher solltest Du diese Hinweise beachten!

Die richtigen Schlüsse aus den Bewertungen ziehen!

Du willst Dir die ePA installieren und stößt auf negative Bewertungen von anderern ePA-Nutzern? Kein Grund zur Freude, aber auch kein Grund, die ePA nicht zu installieren!

Fakt ist: Viele Bewertungen von ePA-Apps im Apple- oder google-App-Store sind nicht nur „nicht optimal“, sie sind teilweise rechtig negativ. Die Bandbreite der am schlechtesten bewerteten ePA-App bis zur bestbewertetesten ePA-App reicht von 1,5-3 Sternen (> 90% aller ePA-Apps) bis zu maximal 4 Sternen (weniger als 5% der ePA-Apps).

Fakt ist aber auch, dass man die Kritiken genauer prüfen sollte, bevor man negative Schlüsse daraus zieht!

Worauf Du bei den ePA-Bewertungen achten solltest:

  • Erster Eindruck: Die allermeisten Nutzer finden die ePA schlecht oder haben Anwenderprobleme! Warum sollte ich sie besser finden? Warum sollten die gleichen Probleme nicht auch bei mir auftreten?
  • Antwort 1: Weil sich die meisten schlechten Bewertungen auf die ePA 1.0 beziehen und seit Anfang 2022 eine deutlich verbesserte ePA 2.0 existiert – was kaum in den Bewertungen erkennbar wird.
  • Antwort 2: Bei den schlechten Bewertungen beruhen viele der beschriebenen Probleme nicht auf einem Problem mit der App, sondern auf Problemen der Smartphone-Bedienung als auch der Telematik-Infrastruktur, die Ärzten erst ermöglicht, die ePA zu befüllen.

Bewertungs-Beispiel 1 (zwei Sterne im google-Store zu ePA 2.0): „Man kann zwar noch nicht viel damit anfangen aber ok. Was wirklich nervt ist das ständig die Anmeldung abläuft und man sich wieder mit Versichertennummer anmeldsn muss. Dazu hab ich doch meine Anmeldung mit Biometrie. Wozu ständig wieder alles eingeben?“

Bewertungs-Beispiel 2 (drei Sterne im google-Store zu ePA 1.0): „Nachdem ein wirklich kompetenter und netter Mitarbeiter mich durch die Installation geleitet hat, funktioniert die App tadellos! Selbst das Update auf die aktuelle Version erfolgte im Hintergrund. Deshalb habe ich meine Bewertung geändert. Da ich die App aber nicht alleine ans Laufen bringen konnte,…“

Das erste Beispiel ist in der Tat nervig, falls es so sein sollte. Aber:

  • Die Android-App dieses Herstellers hat tatsächlich die Möglichkeit, sich den Account zu merken bzw. auch ohne Eingabe der Versicherungsnummer auch nach längeren Pausen die ePA zu starten.
  • Nachfolgend zwei Original-Screens von Michaela’s Android-Version, die das belegen können:

Wenn also (wie in Beispiel 1) eine Rezension wegen funktionaler Probleme negativ ist, kann dies viele Gründe haben, die nicht bei jedem anderen User in ähnlicher Form auftreten. Selbst wenn im ersten Beispiel die als fehlend kritisierte Funktion – aus welchem Grund auch immer – nicht funktionieren sollte, kann dies ein Einzelfall sein.

Empfehlung: Fehlermeldungen oder Funktionskritik in Bewertungen sind grds. ernst zu nehmen, aber in vielen Fällen sind sie auch das Ergebnis von Anwendungsfehlern. Natürlich können diese auch bei Dir vorkommen – das wäre auch völlig normal. Aber: Es kann schlicht und ergreifend sein, dass Du das skizziert Problem überhaupt nicht hast bzw. es nicht bei Dir auftritt! Und: Wenn man Anwendungsfehler nicht ausschließen kann, sollte man im Hinblick auf Kritik in Bewertungen zurückhaltend sein.

Damit zu Beispiel 2: Dies ist aktuell noch der „Kritik-Klassiker“ zur ePA – Du gehst zum Arzt … und die ePA kann nicht angewendet werden, weil der Arzt noch nicht „ePA-ready“ ist. Klar, dass dieses Nutzererlebnis frustrierend ist – und mit schlechter Bewertung „belohnt“ wird. Es ist andererseits kein Grund, die ePA nicht zu installieren und zu aktivieren! Einerseits hast Du die Möglichkeit, selbst Daten auf die ePA aufzuspielen. Mit hoher Wahrscheinlichkeit hast Du auch schon verschiedene Dokumente ausgedruckt bei Dir zuhause herumliegen, die nur darauf warten, auf die ePA aufgespielt zu werden – lies Dir dazu diesen Beitrag durch.

Noch wichtiger ist jedoch folgendes: Selbst wenn die ePA aktuell bei vielen Ärzten – warum auch immer – noch nicht funktionieren sollte, mußt Du deshalb nicht die ePA-App dafür verantwortlich machen. Es ist definitv für Dich als Anwender kaum möglich, zu erkennen, was nun ein Problem der App oder ein Problem der dahinter liegenden technischen Infrastruktur außerhalb der App ist, aber:

Du darfst wirklich darauf vertrauen, dass die App selbst recht gut funktioniert! Und dass sagen wir beide, Michaela und Oliver (die Herausgeber dieses Magazins), weil wir verschiedene ePAs (Android und iOS) regelmäßig nutzen und diese in den seltesten Fällen technische Probleme haben, die in der App selbst verursacht werden.

Damit unser Pladoyer:

  • Installiere Dir die ePA-App – Version 2.0 ist nach unserer Erfahrung gut und einfach zu benutzen und technisch stabil!
  • Mach Dich mit der ePA-App erst einmal „virtuell“ vertraut, z.B. in dem Du einige Artikel dazu auf dem ePA-Magazin liest, bevor Du „experimentell“ in der eigentlichen App loslegst!
  • Selbst wenn bei Dir Probleme auftreten sollten: Lass Deinem Frust nicht sofort freien Lauf und bewerte die ePA schlecht – es könnte auch an Dir bzw. Deinem Smartphone oder der Telematik Infrastruktur gelegen haben, das etwas nicht funktioniert (siehe Beispiel 1 & 2)

Was Krankenkassen beachten sollten:

Wird ein Produkt wie die ePA scheibchenweise, also in mehreren Stufen (ePA 1.0-3.0) ausgerollt, ist das für Bewertungen in App-Stores grundsätzlich ein potenzieller „Super-GAU“. Gerade die ePA 1.0 war eine Steilvorlage für schlechte Bewertungen – erst Recht in Kombination mit unzähligen Problemen, die über die App hinaus bis heute bei der Telematik-Infrastruktur bzw. bei Software-Updates von PVS-System oder Fehlern wie der eGK 2.1 liegen. Die ePA-Versionen 2.0 und höher schleppen so die Frustration der Vergangenheit mit sich herum, solange die Bewertungen der vorherigen Versionen nicht „neutralisiert“ worden sind.

  • Dass und wie Bewertungen bei neuen App-Versionen zurückgesetzt werden können, erfahren Mitarbeiter von Krankenkassen u.a. hier.
  • Sollten – wie nicht selten – Probleme von Nutzern geschildert werden, die außerhalb der App ihre Ursachen haben, sollte dies von routinierten Mitarbeitern im App-Store zeitnah klargestellt werden!
  • Es geht nicht darum, die ePA „zu verteidigen“. Vielmehr geht es darum, Nutzern ein Verständnis zu vermitteln, welche Probleme mit der ePA-App und welche z.B: mit der Telematik-Infrastruktur im Zusammenhang stehen.
  • Da Krankenkassen selbst keine ePA herstellen, sondern ePA-Produkte einkaufen, sollte im Zweifel beim Hersteller nachgefragt werden, wann ein Fehler tatsächlich auf die App zurückgeführt werden kann und wann nicht.
  • Nicht auf negative Bewertungen einzugehen ist ein absolutes NoGo! Wie man mit negativen Kritiken umgehen sollte wird u.a. hier recht gut beschrieben.
  • Dass ältere Bewertungen nicht zwingend von Nachteil sein müssen, zeigt allerdings das Beispiel der Techniker Krankenkasse und des TK-Safe: Über 200.000 Bewertungen verschiedener Versionen werden dort kumuliert – was neuere negative Bewertungen speziell der Elektronischen Patientenakte faktisch „neutralisiert“ – Kompliment!
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