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Gibt es Alternativen zur Elektronischen Patientenakte?

Begriffliche Klärung

Der Begriff „Elektronische Patientenakte“ darf frei verwendet werden. Er ist daher nicht so eindeutig, wie man vermuten könnte. Neben der „offiziellen“ ePA der gematik, die auf der Telematik Infrastruktur beruht und 2021 eingeführt wurde, gibt eine Reihe gleichlautender und begrifflich ähnlicher Akten mit unterschiedlichen Anwendungsbereichen. Diese waren zum Teil schon existent, bevor die ePA gestartet wurde:

  1. Elektronische Gesundheitsakte (eGA)
    Begrifflich klingen ePA und Elektronische Gesundheitsakte (eGA) ähnlich, sind aber klar voneinander zu trennen, da Elektronische Gesundheitsakten wie z.B. Vivy, Vitabook oder DoctorBox ausschließlich vom Patient befüllt bzw. geführt werden – nicht aber vom Arzt. Die Kosten einer elektronischen Gesundheitsakte dürfen ab 1. April 2022 auch nicht mehr von einer gesetzlichen Krankenkasse (GKV) übernommen werden. Private Krankenkassen können nach wie vor elektronische Gesundheitsakten anbieten – entweder als Ersatz oder parallel zur ePA.
  2. Lokale Elektronische Patientenakten in Krankenhäusern und Arztpraxen
    Innerhalb von Krankenhäusern sowie von Krankenhaus-Verbünden bzw. von Arztpraxen und Praxisverbünden gibt es Systeme, die schon vor Einführung der ePA als Elektronische Patientenakte bezeichnet wurden, aber nicht einrichtungsübergreifend auf Basis der Telematik Infrastruktur freiwillig eingesetzt werden. Auf diese ausschließlich arztgeführten Systeme hat der Patient in der Regel keinen Zugriff.
  3. Elektronische Fallakte (eFA)
    Aus Patientensicht ähnlich klingt auch die elektronische Fallakte (eFA). Wie der Begriff des „Falls“ ahnen läßt, zeichnet sich die eFA dadurch aus, dass sie sich auf die konkrete Behandlung eines bestimmten medizinischen Krankheitsfalls eines Patienten konzentriert. Neben Ärzten wirkt auch das Pflegepersonal an diesbezüglichen Aktensystemen mit. Zu den unter Punkt 2. genannten internen Elektronischen Patientenakten gibt es an verschiedenen Stellen Überschneidungen.
  4. Sonstige Elektronische Patientenakten
    Schließlich gibt es noch eine Reihe von Anwendungen, die ebenfalls als Elektronische Patientenakte bezeichnet werden, z.B. Forschungsprojekte wie Smart4Health. Entsprechende Lösungen gehen z.T. deutlich über den Anwendungsbereich der TI-gebundenen ePA hinaus, können aber Funktionen der ePA, insbesondere die Speicherung von Akten, mit enthalten.

Keine gleichwertigen Alternativen zur ePA

Vor diesem Hintergrund wird deutlich, dass gleichwertige Alternativen zur ePA nicht wirklich existieren, denn:

  • Nur die ePA der Telematik-Infrastruktur ist umfassend einrichtungsübergreifend einsetzbar.
  • Nur die ePA ermöglicht es Ärzten, direkt Informationen in ein einrichtungsübergreifendes System einzuspielen.
  • Nur die ePA bietet die Möglichkeit, eigene Dateien von Dir und von Ärzten auf das gleiche System hochzuladen.

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