HomeArtikelFaszination Gesundheitsdaten: Hier CT-Befunde einer Nachsorge

Faszination Gesundheitsdaten: Hier CT-Befunde einer Nachsorge

Heute war es mal wieder soweit: Nachsorge – nicht gerade mein Lieblingsthema. Aber heute wurde ich gleich mehrfach positiv überrascht. Unter anderem von einem Patientenportal, das mir im Browser alle Daten anzeigt. Spannend ist die Frage, wie solche Portale künftig mit der ePA zusammenspielen.

Daten für den Patienten, den Arzt und die Forschung

Ich habe im Laufe der letzten Jahre unzählige CT und MRT durchgeführt. Lange Zeit war mein sehnlichster Wunsch, keine CD-ROM mehr zu erhalten, sondern bitte, bitte einen Link, damit ich die Daten im Browser anschauen kann. Heute war es soweit: Die Radiologie meines Vertrauens hat neuerdings ein eigenes Patientenportal. Mit ihm können Daten wie CT und MRT-Bilder einfach unter verschiedenen Akteuren ausgetauscht werden. Für Patienten wie mich: Ein Traum.

Kurz zur Vorgeschichte: Micha und ich sind heute gemeinsam zu meiner Nachuntersuchung gefahren, die alle sechs Monate erforderlich ist. Warum gemeinsam? Weil solche Termine „speziell“ sind und beide Ehepartner möglichst schnell und unmittelbar erfahren wollen, ob es etwas Neues gibt. Und falls ja: Positives oder weniger Positives. Heute war der Befund sehr gut. Uff – also wieder etwas entspannen. Das gilt für uns beide.

Einwilligung zur Datennutzung – ja oder nein?

Bevor ich untersucht wurde, habe ich alle der unten als Bild beigefügten Anfragen zur weiteren Verwendung mit „ja“ angekreuzt. Ohne eine Sekunde zu zögern. Auch und gerade die Felder zur Weiterbearbeitung mittels künstlicher Intelligenz. Für Micha und mich wäre auch kein Grund erkennbar, warum wir das nicht machen sollten. Aber: Während ich unterm CT lag, hat Micha eine interessante Beobachtung gemacht. Ein älterer Herr hat sich von einer Frau beim Ausfüllen des Fragebogens helfen lassen. Dabei wies er offenbar lautstark seine Helferin an, keinerlei Freigaben zu erteilen. Das wäre ja noch schöner, wenn jemand seine Gesundheitsdaten kennen würde.

Mag sein, dass Micha und ich als Babyboomer nicht mehr die allerjüngsten sind, aber es schien uns beiden so zu sein, dass es hier auch schon eine Art Generationskonflikt zu geben scheint: Wir hatten beide den Eindruck, dass es eine Alterfrage zu sein scheint, ob jemand seine Daten z.B. zu Forschungszwecken preisgeben will oder nicht. Vielleicht liegen wir hier auch falsch, doch die innere Stimme sagt, dass die Art der Ablehnung viel mit der Gewohnheit zu tun haben könnte, nicht mit anderen zu „sharen“. Die Shareconomy – so unsere Vermutung – ist bei Jüngeren (und dazu zählen wir uns beide mit einem Augenzwinkern mit dazu) stärker ausgeprägt als bei der „älteren“ Generation. Wo auch immer sie beginnt.

Fantastische Daten – in der Cloud

Nun zum eigentlichen Highlight: Dem cloudbasierten Patientenportal der Radiologie, das ich einfach mittels QR-Code über einen Browser aufrufen konnte! Dort wurden meine Daten abgespeichert – eine CD-ROM habe ich trotzdem noch mitbekommen, aber so richtig brauchen tu ich sie ebenso wenig wie mein Hausarzt oder das mich behandelnde Klinikum. Ich war und bin genauso begeistert wie Micha, denn wir haben uns im Nachgang zuhause auf dem iMac in Großbildformat alles noch einmal in Ruhe angeschaut. Das gilt insbesondere für ein Problem mit dem Hernienkissen, das bei mir genau an der Stelle permanent Schmerzen verursacht, wo auch die Leber ist – ungünstige Kombination!

Aber: Der Radiologe hat mir anhand der CT-Bilder sehr gut erklärt, was die möglichen Ursachen sind. Ich konnte und kann es ohne große Probleme zuhause – oder wo auch immer – any time, any place, anywhere mit dem Patientenportal anderen bildlich erklären.

Zusammenspiel von Patientenportal und ePA

Nun stellt sich noch eine finale Frage: Wie spielt das Patientenportal mit der Elektronischen Patientenakte (ePA) zusammen? Das kann ich nur vermuten. Mir sind aber einige Ideen und Fragen gekommen, die ich nachfolgend skizzieren möchte:

  • Nach aktuellem Stand ist vor allem der unten als Bild dargestellte Arztbrief ein „kleinstes gemeinsames Vielfaches“ von ePA und Patientenportal.
  • Auf die ePA konnte der Arztbrief aus technischen Gründen leider noch nicht übertragen werden. Künftig sollte dies aber möglich sein.
  • Die CT-Bilder wiederum werden vermutlich noch einige Zeit lang nicht auf die ePA übertragen werden können, da hierfür ein spezieller Viewer erforderlich ist, der die Abfolge der Bilder präzise darstellt.
  • Unklar ist für mich auch die Frage, ob der Arztbrief im Portal nun noch einmal via KIM an den Hausarzt bzw. die Klinik versendet wird oder einfach nur per Link zum Portal als E-Mail.
  • Auch interessant: Die Einwilligungen in den Fragebögen beziehen sich aktuell nur auf die Daten des Patientenportals – es wäre zu prüfen, ob eine solche Einwilligung (konkludent) auch eine Einwilligung für Daten in der ePA enthält (z.B. beim Arztbrief) oder ob hierfür ein eigenes Dokument erforderlich ist bzw. ob entsprechende Einwilligungen künftig ausschließlich in der ePA erteilt werden.

Sicher ist:

  • Das digitale Erlebnis faszinierte Micha und mich gleichermaßen.
  • Patientenportale – auch und gerade im Fall datenintensiver Radiologie-Daten – funktionieren super.
  • Der Mehrwert für Patienten wie uns ist super.
  • Wir teilen auch ohne Zögern all unsere Daten mit der Forschung – egal mit welcher.
  • Es mag andere Menschen geben, die hier Bedenken haben (s.o.) – wir haben sie nicht.

Aber:

  • Es ist schon interessant, wie künftig Fragebögen „migriert“ werden könnten.
  • Siehe dazu das Beispiel des traunsteiner Facharztes hier und
  • des Fragebogen der Radiologen unten.

Anregung:

Es ist zu vermuten, dass die Fragebögen zur Radiologie vom Hersteller des Portals kommen. Stellen wie die gematik könnten und sollten dafür Sorge tragen, dass Hersteller von Patientenportalen alle wichtigen Einwilligungen zur ePA auch in ihre Fragebögen integrieren.

Über einen QR-Code kommt man schnell in das Patientenportal. Dort findet man viele faszinierende Gesundheitsinformationen – und auch einen Arztbrief. Da die Fragebögen des Radiologen vom Hersteller des Patientenportals zu kommen scheinen: Man sollte prüfen, ob und wie entsprechende Fragebögen mit Hinweisen bzw. Einwilligungen zur ePA in Einklang gebracht werden können.

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